Mittwoch, Juli 05, 2006

Augsburg und Kunst

Augsburgs Kunst ist nie gut, wenn sie versucht, irgendwie groß zu sein. Augsburgs Kunst ist immer dann am besten, wenn sie klein ist. Kleinkunst eben.
Die Kresslesmühle, hinter dem schönen Café „Helsinki-Bar“ gelegen, hat sich zu einem der Zentren in Deutschlands Kleinkunst-Szene entwickelt. Hier treten Comedians auf, es finden Lesungen statt, auch der monatliche Poetry-Slam findet hier seinen Platz. Für diejenigen, die es Abends gerne etwas ruhiger haben.
In eine ähnliche Richtung, allerdings mit viel alternativerer Attitüde, bewegt sich das Striese. Eigentlich eine Kneipe, ist das Striese in den letzten Jahren immer mehr zum Veranstaltungsort für Lesungen, Independent-Filmabende und zum Treffpunkt der kleinen Augsburger Intellektuellen-Szene geworden.
Wer in Augsburg gerne ins Kino geht, aber mit den Blockbuster-Kinos à la Cineplex wenig anfangen kann, der ist im Kinodreieck gut aufgehoben. In den drei Kinos Thalia, Mephisto und Savoy haben die Besitzer Ellen Gratza und Franz Fischer immer wieder eine schöne Auswahl an deutschen und internationalem Programmkino am Start. Während im Thalia eher die „größeren“ Filme gezeigt werden, nimmt die echte Außenseiter-Rolle am Augsburger Kinomarkt das Savoy ein – Mit abgewetzten roten Plüschsesseln und Kinosäälen mit 15 Sesseln versprüht es echten 70er-Jahre-Pornokinoflair - auch wenn die heute gezeigten Filme eher Gehirn als Körper ansprechen.
Ebenfalls vom Kinodreieck abgehalten werden die Augsburger Filmtage, ein Filmfestival im Mini-Format, das aber wegen der der Schwerpunkte auf Kinderfilmen, Kino von Morgen und originalsprachlichen Produktionen vor allem für Cinasten zu den Highlights des Jahres gehört.
Als einziges Ausgburgs Kino, das nicht zum Kinodreieck gehört, ist das Liliom zu empfehlen. Das liegt zwar ein bisschen weiter ab vom Schuss, zeigt aber ein mindestens genauso gutes Programm, und die Atmossphäre ist besser.